1989

Das war meine erste Tour nach Alaska !


USA / CANADA © Copyright by Ch. Breier


Von Toronto aus bin ich für 6 Monate quer durch Canada getrampt bis nach Alaska und dann wieder zurück nach Toronto !  

Leider war das auch das Jahr als der Öltanker Exxon Valdez in Alaska die  Ölpest verursachte, das war kein schöner Anblick...

In Fairbanks/Alaska habe ich meinen guten Freund Mark (AL7HT) kennen gelernt. Er lebt normalerweise mit seiner Familie am Kandik River, einem Nebenfluss des Yukon River, oberhalb des Dorfes Eagle.

  Er war in Fairbanks, weil seine Frau ein Kind bekam. Als das Kind gerade geboren wurde bekam er per Funk Bescheid das seine Hütte einem randalierenden Bär zum Opfer gefallen war.  Er hatte die Food Cache zerstört, natürlich mit den darin befindlichen Lebensmitteln. Auch in der eigentlichen Hütte hatte er gewütet. Mark war völlig am Boden. Er hatte nun ein Neugeborenes und eine nicht bewohnbare Hütte.

Ich bot ihm an mit zum Kandik River zu kommen und ihm zu helfen die Hütte wieder auf Vordermann zu bringen.  Er war erfreut über mein Angebot und versprach mir, wenn ich ihm helfe, dann zeigt er mir alles am Kandik!Gesagt getan wir fuhren im Truck nach Eagle. Jedoch war vorne im Wagen kein Platz mehr für mich, also musste ich mit einigen Hunden zusammen hinten im Truck mitfahren. Das war kein Spaß, denn nach einiger Zeit roch es ziemlich streng. Aber auch diese Fahrt überlebte ich!  

In Eagle angekommen bereiteten wir alles vor zum Abflug in einer kleinen Super Cub, natürlich hatte ich während des Fluges einen Husky auf meinem Schoß. Lori, Marks Frau blieb in Eagle mit ihrem Neugeborenen und der kleinen Tochter Magan. Sie würden nachkommen, wenn Mark und ich die Hütte repariert hatten.

Der Flug zum Kandik bereitete mir großen Spaß, auch der Hund spielte mit und war auf dem Flug sehr ruhig und verrichtete kein “ Geschäft”, Glück gehabt. Es ist schon erstaunlich auf welchem groben Untergrund diese kleinen Maschinen mit ihren dicken Reifen landen können!

Die Hütte sah wirklich übel aus, der Bär und das Frühjahrs Hochwasser hatten ganze Arbeit geleistet. Die ganzen Lebensmittel, oder besser was davon über geblieben war, lag zerstreut in der Gegend herum. Da wartete ganz schön Arbeit auf uns.

Die Tage vergingen und die Hütte und ihre Umgebung wurden wieder bewohnbar. Nun konnte Lori mit den Kindern kommen.Als Lori und die Kinder wieder am Kandik waren fiel der erste Schnee.

Es war Zeit zur Elchjagd.  Mark und ich machten uns auf den Weg Flussaufwärts in Richtung Indian Grave River, einem Seitenfluss des Kandik. Da es gegen die Strömung ging mussten wir das Kanu mit unseren Sachen an der Leine den Fluss hinauf ziehen für einige Tage. Leider, trotz intensiver Suche sahen wir nicht einen Elch. Dafür hörte ich das erste mal in meinem Leben Wölfe heulen!  

(später erfuhr ich das Mark doch noch einen Elch geschossen hatte)

Mark hielt sein Wort und zeigte mir alles was man so im Busch wissen sollte. In langen Gesprächen lernte ich eine Menge vom Leben im Busch. Doch das wichtigste von allen, ich fand in Mark einen wahren Freund.

Die Tage vergingen und ich musste wieder zurück nach Eagle fliegen. Denn mein Visa lief langsam aus. Ich verabschiedete mich von Mark und seiner Familie und flog zurück nach Eagle. Dort konnte ich eine mitfahrt in einem Truck ergattern nach Fairbanks.

In Fairbanks verbrachte ich noch einige Tage und trampte dann in Richtung Canada. Einige hundert Kilometer vor der grenze hielt ein Wagen mit zwei jungen Frauen. Sie sagten ich könne mitfahren, aber nur auf der offenen Ladefläche. Super, und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Man das war eine kalte Fahrt. An der Grenze checkte der Zollbeamte meine Papiere und schon war ich in Canada. Plötzlich hielt der Truck und ich durfte vorn mitfahren.

Die beiden hatten einfach Angst gehabt, weil sie nicht wussten wer und was ich war. Nachdem der Beamte an der Grenze mich für ok befunden hatte war es auch für die beiden ok. Simple Logik!

Eigentlich wollte ich den Alaska Highway zurück trampen, doch Cynthia Sheridan so hieß die Fahrerin des Trucks meinte ich solle doch die Alaska Ferry nach Prince Rupert in Canada nehmen, und bei dieser Gelegenheit könnte ich auch Zwischen stopp bei ihr in Juneau einlegen.

Da ich noch nie durch die so genannte Inside Passage, so nennt man den Wasserweg zwischen Alaska und Canada, gefahren war sagte ich zu. Also ging es in Richtung Hains/Alaska und dort auf die Fähre nach Juneau.

Die Fahrt ist wirklich Atemberaubend. Wir sahen sogar Wale. In Juneau angekommen lernte ich auch Walt, Synthia’s Vater kennen. Und wieder fand ich einen wahren Freund den ich in den folgenden Jahren noch einige Male wieder traf.  

Cynthia hatte es mir voll angetan. So verliess ich also nach einigen Wochen Juneau, mit einem ziemlich verstimmten Magen! Die Fahrt durch die Inside Passage war einfach SUPER.  

Ich sah viele Wale und andere Tiere. Auch die anderen Passagiere auf dem Schiff waren super. Sie kamen aus allen erdenklichen Ländern. Es war das Jahr 1989, dem Jahr des Tanker Unglücks im Prinz William Sound. Der verheerendsten Öl Katastrophe in Alaska. Das war so schrecklich das ich mich daran gar nicht mehr erinnern möchte. Deswegen werde ich das hier auch nicht weiter ausführen.  

Nur soviel, jeder der diese Katastrophe live gesehen hatte wird sie nie mehr vergessen!!!

In Prinz Rupert angekommen musste ich noch einmal durch den Zoll, denn ich kam ja wieder aus Alaska.  

Ohne große Fragen bekam ich wieder ein 6 Monate Visa für Canada.  

Ich wollte nicht noch einmal quer durch Canada trampen und nahm in Prinz Rupert den Greyhound Bus nach Toronto, was 5 Tage dauerte. Nicht gerade lustig kann ich euch sagen.  

Angekommen in Toronto verbrachte ich noch einige Zeit bei meinen Verwandten und flog dann wieder zurück nach Deutschland.

Jedoch hatte mich diese Reise nach Alaska, besonders die Zeit bei Mark am Kandik und die Zeit in Juneau verändert. 


Von da an zog es mich magisch, immer wieder zurück nach Alaska und ich glaube das wird sich auch nie ändern !  

 

Danke Mark und Walt und natürlich Cynthia !


© Copyright by Ch. Breier


Weiter mit: Vor 1989

Only those who risk going too far, will discover how far they can go ! Expedition in USA ,Alaska & Canada, Skandinavien mit Faltboot,   Motorboot,  Geländewagen, Fahrrad ...



 

                                  If Your Dreams Don't Scare You Then They Aren't Big Enough
                                       www.long-expeditions.de
                        Be a Traveler Not a Tourist !