Fort Selkirk - Dawson City

 

Fort Selkirk-Dawson City 10.06.-21.06.2004

 

10.06.2004

Wir brachen unsere Zelte in Fort Selkirk ab. Wir luden alle unsere Sachen in das Boot, da knirschte es plötzlich fürchterlich! Ein im Yukon treibender Baumstamm hatte das Boot getroffen.  

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

Der Linke Seitenschlauch am Ausleger verlor sofort seine Luft, das Boot neigte sich gefährlich zur Seite. Es gelang mir den Baumstamm vom Ausleger zu lösen. Der Tag fing ja gut an! Dank der Firma Seabike hatten wir jedoch noch Ersatzschläuche dabei. Der Schlauch war schnell gewechselt.  

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

Doch beim wechseln sahen wir, das der Baumstamm auch das Boot selbst getroffen hatte, es war im Heck punktiert, genau an der Kante unterhalb der Wasserlinie.  

In Fort Selkirk konnten wir das Boot nicht an Land ziehen, da es dort nur Steilwände gibt. Wir beschlossen sofort weiter zu fahren. Im Loch steckte noch ein Stück Holz das das Wasser vorerst einigermaßen zurückhielt.  

Wie verabschiedeten uns von dem Deutschen Pärchen, das auch in Selkirk angekommen war und verabredeten uns in Dawson auf ein Bier oder zwei...

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

Auf der gegenüberliegenden Seite von Selkirk dominieren auf ca. 21 Km sehr imposante Basaltpalisaden. Danach wird die Vegetation üppiger und dichter. Eine ideale Geburtsstätte für alle möglichen Blutsauger. Auf dieser Strecke wird der Wegzoll in Blut gezahlt. Was auch wir leider nicht verhindern konnten. Wir wollten auf einer Insel halten und das Boot aus dem Wasser hieven damit wir es in Ruhe reparieren konnten. Doch nach Fort Selkirk kam erst mal keine trockene Insel mehr, der Yukon hatte nach den letzten Regenfällen noch höheres Wasser.  

Wir ließen uns einige Stunden treiben. Das Wasser im Boot stieg jedoch weiter an.  

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

In Selwin endlich konnten wir das Boot etwas aus dem Wasser hieven und es ausschöpfen. Nachdem es innen wieder trocken war ging die Reparatur eigentlich schnell.   

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

Es war mittlerweile 22 Uhr. Also bauten wir unser Camp gleich dort auf, denn es war ein sehr schöner Platz zum campen. Es steht dort noch eine halb eingefallene Hütte.  

Die Nacht war wieder wunderschön ruhig.

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

           Umherschwimmende Bäume waren ein echtes Problem

 

11.06.2004

Am Morgen kam noch ein Pärchen aus der Tschechoslowakei an, sie waren 130 Km nonstop gepaddelt, da sie bei dem vorherrschenden Hochwasser keinen trockenen Campplatz gefunden hatten.  

Wir waren also nicht die einzigen die damit Probleme hatten. Aber wir haben den großen Vorteil das wir jede Menge Platz in unserem Boot hatten und dadurch längere Fahrten besser aushalten konnten! Ich weiß wie es ist 10-16 Stunden in einem Faltboot zu sitzen. Das hatte ich oft genug auf meinen letzten Yukon Expeditionen gemacht. Aber auch das hat seinen Reiz!

Wir starteten gegen Mittag in Richtung Coffee Creek. Dort angekommen hatten wir eine leicht gedrückte Stimmung, denn der Platz ist ziemlich verwahrlost. Die Hütte ist fast am zusammenfallen und alles in der Hütte wurde durchwühlt. Schade das man so einen schönen Platz so verkommen lässt. Nicht einmal Bären sahen wir, die sonnst immer dort zu sehen waren.  

Wir fuhren weiter nach Kirkman Creek. Leider konnten wir dort nicht anhalten, denn die Anlegestelle war ungeschützt, lauter vorbeitreibende Bäume, noch ein Loch im Boot wollten wir nicht riskieren! Dabei hatten wir uns schon so auf die dortigen Leckereien gefreut, na denn das nächste mal.

Durch das immer noch vorherrschende Hochwasser fanden wir bis hinter dem White River kein Camp. Dann endlich gegen 1:30 nachts fanden wir eine Insel die gerade so über Wasser war. Schnell war das Camp aufgebaut. Nach ca. 110 Km, endlich Schlafen.  

Auch uns hatte das Hochwasser also fest im Griff, der Yukon River beherrscht uns, nicht wir ihn! Die Nacht war wieder einmal wunderbar ruhig.

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

      Die Hütte bei Coffee Creek sieht von außen noch recht gut aus.

 

12.06.2004

 Am Morgen brachen wir in Richtung Dawson City auf. Es regnete einige male an diesem Tag. Schön das wir ein Dach über dem Kopf hatten. Unser speziell für unser Boot angefertigtes Dach war eines der besten Ausrüstungsteile der ganzen Fahrt. Ohne das wäre unsere Fahrt sehr viel ungemütlicher gewesen!

An Burian Island angekommen wurden wir enttäuscht. Der Laden der 2002 noch dort war wurde wohl vom Wasser weggespült, nur noch die Hütte dahinter ist da. Seit 2002 hat der Yukon River ca. 40 Meter der Insel weggespült. Die Abbruchkante reicht jetzt bis kurz vor die kleine Hütte die hinter dem  Burian Laden lag.  

Der Briggs & Stratton Motor läuft wie ein Uhrwerk. Nur etwas mehr als 5 PS hätten wir bei diesem Hochwasser schon manchmal gewünscht, da es uns mit der geringen PS Zahl kaum gelang irgendwelche Nebenflüsse hoch zu fahren, denn bei dem Wasserstand waren sie einfach zu reißend. Na hoffen wir mal das das Wasser sich beruhigt wenn wir am Porcupine River ankommen, es wäre sehr schade, wenn wir den wegen des Hochwassers nicht hinauffahren könnten!

Ca. 10 Km hinter dem 60 Mile River fanden wir eine Insel die knapp aus dem Wasser ragte. Gegen 22:00 Uhr war unser Lager aufgebaut. Nils ist im Elch Fieber, er hat einen Elch mit Kalb gesehen. Er liegt nun schon seit 2 Stunden auf der Lauer, bin mal gespannt ob er einen auf Film bannen kann. Ich gehe jetzt schlafen. In den letzten 2 Stunden habe ich ein paar schöne Makroaufnahmen geschossen. Es ist jetzt 24 Uhr noch immer habe ich reichlich Licht zum Schreiben. Nils ist gerade wieder gekommen, er hat leider keinen Elch auf Film bannen können, na wenigstens hat er einen Gesehen...

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

                                        Beim kochen am Boot

 

13.06.2004

Am Morgen starteten wir weiter in Richtung Dawson City. Wir legten einen Stopp bei Ancient Voices ein. Einem Wilderness Camp ca. 40 km vor Dawson City. (Infos auf unserer Link Seite)  Es überraschte uns dort ein kräftiger Regenschauer, also blieben wir auf eine Tasse Kaffee und plauderten mit dem Besitzer. Es ist ein sehr schönes Camp, es gibt Cabins und Walltents zu mieten, auch sein eigenes Zelt kann man dort aufschlagen. Essen kann man in einem großen Log Cook House. Wer Lust und Laune hat kann in eine traditionelle Sauna „Makivik genannt gehen und sich danach im Creek abkühlen.  

Gegen Abend erreichten wir Dawson City. Wir gingen erst einmal einkaufen. Heute gab es Würstchen mit Brot und endlich eine kalte Cola. Wir schliefen im Boot. Nicht gerade bequem! Bis ca. 4 Uhr hielt uns aber die Geräuschkulisse von Dawson wach.

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

            Ancient Voices Wilderness Camp kurz vor Dawson City

 

14.06.2004

Am Morgen wurden wir unsanft durch eine Gruppe von debattieren Männern geweckt.  

In Dawson befindet sich endlich auch eine ATM Maschine ( Geldmaschine) wo ich  Geld abholen konnte. Dann ging es zum Duschen, wir konnten es der Umwelt nicht länger zumuten unseren Gestank hinzunehmen!  

Wie herrlich fühlt es sich doch an sauber zu sein. Daheim eine Selbstverständlichkeit, hier am Yukon ein Luxus!  

In Dawson endlich haben wir auch einen Konverter für den Laptop gefunden und das für ganze 4 $. Nun können wir den Laptop auch über 110 Volt laufen lassen. Hier werde ich auch endlich die Website überarbeiten.  

Hyro haben wir auch wieder getroffen, wir werden zusammen ein Bier trinken oder 2 oder...

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
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15.06.2004  

Beide sind wir reichlich verkatert!!! Gestern Abend sind wir noch in die Westminster Bar gegangen, live Musik und tolle Stimmung... aber auch zu viel Bier...

 

16.06.2004 

 Ich habe festgestellt, das unser Boot wieder undicht ist.  

Wir warten immer noch auf das Paket aus Deutschland mit dem Flickzeug.  

Unser Provisorium hat bis Dawson gehalten nun wird es aber Zeit es mit dem richtigen Material ausgebessert wird. Ich habe, die letzten 2 Tage, 12 Stunden mit dem updaten der Website verbracht, das geht hier ganz schön ins Geld. Wir könnten es in Dawson sehr leicht einige Wochen aushalten, aber es ist einfach zu teuer.  

Morgen sind wir bei Dorian zum Essen eingeladen, er wohnt mit seiner Frau und Sohn auf der anderen Seite von Dawson City.  

Gegen 18:00 hat Brigitte uns abgeholt, wir fuhren zu ihrer Hütte wo Dorian uns schon erwartete. Brigitte hat ein vorzügliches Essen für uns zubereitet. Selten hat mir ein Essen so gut geschmeckt. Auch selbstgebrautes Bier gab es, einfach lecker! Nach dem Essen, quasi als Absacker, fuhren wir zum Goldwaschen. Nils fand auch ein paar „Flocken“.  

Gegen 22:00 verabschiedeten wir uns und Brigitte fuhr uns zur Fähre, mit der wir zurück nach Dawson an das andere Ufer fuhren. Wir bereiteten unsere Schlafstätte (Boot) wieder vor, für eine weitere enge Nacht im Boot.

Wir trafen wir auch das Pärchen aus den neuen Bundesländern wieder.

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
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20.06.2004

 

Die letzten Tage, war das warten auf unser Paket vergebens gewesen. Es gibt aber schlechtere Orte um fest zu sitzen!  

Wir haben hier einige nette Leute getroffen. Leider ist Dawson ein teures Pflaster. Und das Wetter war in den letzten Tagen auch einfach zu viel, zum Teil über 28 Grad.  

Wenn das Paket nicht bis zum Dienstag ankommt, dann werden wir das Boot wieder provisorisch mit Ducktape flicken. Das letzte Ducktape hat schließlich fast 700 Km gehalten.  

Meine Nikon F4E macht Schwierigweiten. Irgendwie spinnt die Elektronik manchmal. Sie lässt sich dann nicht mehr auslösen oder der Autofokus geht nicht mehr. Ich hoffe das die übrigen Bilder richtig belichtet sind. Gut das meine Nikon digital D-70 einwandfrei funktioniert. Das fotografieren mit der D-70 macht sehr viel Spaß. Der größte Vorteil der Kamera ist die sofortige Verfügbarkeit der Bilder!

 

Yukon River © Copyright by Ch. Breier
© Copyright by Ch. Breier

 

21.06.2004

Ein Tag auf den hier viele warteten.....  

Es ist die Mittsommernacht, die hier in Dawson immer mit einer großen Party auf dem nahen Midnightdome gefeiert wird. Vom Gipfel dieses Berges kann man an diesem Tag beobachten wie die Sonne nur für wenige Minuten hinter den Bergen verschwindet, um dann wieder aufzugehen.  

Endlich unser Paket ist heute angekommen, nach 14 Tagen! Gestern hat es den ganzen Tag geregnet, auch heute ist das Wetter nicht besser, aber immerhin ist es bis jetzt trocken geblieben.  

Wir brauchen einen trockenen Tag um das Boot zu reparieren. Gestern Abend war es noch sehr lustig wir hatten ein kleines „ Sitin“ in Dawson

 

Weiter mit: Dawson City - Eagle 

 

 

 

 

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